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Langsam kriecht die Normalität in unser Leben. Es gibt wieder Classic Car Treffen wo man seinesgleichen treffen kann. Garantiert weltweit der erste „Nachcorona-Anlass“ war das 18. Alpenbrevet. Wir waren nicht bereit uns unterkriegen zu lassen und stellten die Durchführung nie in Frage. Der Aufwand, den wir aber trieben um den Anlass BAG konform durchführen zu können, war gross. Auch waren wir dankbar, dass wir ohne Werbung nur 20 Anmeldungen bekommen hatten. Dies änderte sich noch schlagartig einen Monat vor dem Anlass, so dass wir am Schluss knapp 40 teilnehmende Klassiker auf die Route schicken konnten. Bereits die Entgegennahme der Rallyunterlagen passierte gestaffelt in Form eines Postenlaufes. Das Zmittagessen fand im hinteren Teile des Steinbruchs Guber statt, wo sich das Berufsbildungszentrum des Pflästererverbandes befindet, welches aus Gründen des Covid noch nicht genutzt werden konnte. Der Verpflegungsposten war so gestaltet, dass jeder Teilnehmer sich an den geschlossenen Gefässen bedienen konnte. Das gestrichene Mitternachtsessen wurde ersetzt durch Verpflegungsposten. 4lt Getränke pro Team (davon 2 Flaschen alkoholfreies Bier) und eine Packung Guetzli bekam jedes Team schon an der Fassstrasse, wo man mit einer Tasse, einem scharfen Messer und einem Schneidbrettli ausgestattet wurde. Der erste Posten war eine Bäckerei, die jedem Team zwei Prügeli Brot aushändigte, in einer Sprinz Käserei bekamen die Teilnehmer gebrochenen Sprinz und eine Scheibe Alpkäse und auf dem Glaubenbühlenpass zwei Älplerwürste. Nach dem steilen Ächerlipass konnte man sich entweder für den Klausen oder den Pragel entscheiden, um dann jeweils den anderen zu absolvieren. Danach war man frei in seiner Routenwahl bis zum Frühstück ab 07.00 Uhr im Hotel Giessbach.

Die meisten Teilnehmer klapperten das Gotthardmassiv ab und kamen so auf ca. 750km und 14 bezwungene Pässe. Ein Team aber wollte es wirklich wissen und fuhr nach dem Pragel via Walensee ins Engadin, wo als Höhepunkt der Stelvio gemeistert wurde. Der Umbrail war dann aber mit Betonwürfeln versperrt und so musste dieses engagierte Team nach Bormio und von dort zurück in die Schweiz. Die Schweizer Zöllner scheinen „not impressed“ gewesen zu sein und wertvolle Minuten verstrichen während dem Diskutieren. Fast 1000km spulte dieses Team in ihrem Saab ab. Nicht verwunderlich, denn die Besatzung ist LE JOG erfahren und für solch hartgesottene Rallyfahrer war das Alpenbrevet natürlich keine ausserordentliche Anstrengung.Ein sehr bewusster Nebeneffekt des Alpenbrevet war, dass wir in dieser schweren Zeit, all den zuliefernden Kleingewerblern und dem historischen Hotel Giessbach etwas Hoffnung auf bessere Zeiten und etwas Umsatz bescheren konnten. Daher verzichteten wir dieses Jahr auch vollständig auf Preisverhandlungen, da wir dies zur Zeit als nicht opportun empfanden. Alle unsere Teilnehmer waren ausnahmslos begeistert was uns auch sehr freute, hatten doch auch wir seit März in England kaum mehr Kontakt zu anderen Menschen ausser unserem engsten Kreise und den seltenen Kundenkontakten. Sollten sich unsere Pläne realisieren lassen, werden wir nächstes Jahr fast, aber nur fast, am gleichen Orte starten, aber was für ein Ort! Wir wollen noch nichts verraten bevor wir die Zufahrt ausprobiert haben, spektakulär wäre es und was für ein Privileg es wäre!!!