1819 wurde in Halifax eine Kutschenfirma gegründet, aus der die Firma Woodall-Nicholson entstand. Deren Haupterwerbszweig war der Bau von Bestattungsfahrzeugen. Nicht jeder Kutschenbauer hat den technologischen Sprung zur Motorkutsche geschafft. Alleine in der Schweiz kommen uns einersetits die grosse dominante Firma Geissberger aus Zürich in den Sinn oder der kleine Kutschenbauer Lüthi in Bätterkinden.
Wir wagen immer noch zu behaupten, dass der Bestattungswagen, aufgebaut auf dem Daimler DS420, der wohl ausgewogenste und eleganteste seiner Zeit war. Während der Ausbildung zum Fahrzeugrestaurator in Colchester etndeckte Georg Dönni diesen Leichenwagen in Liverpool. Erst musste ziemlich dran gearbeitet werden, weil englische Leichenwagen keinen MOT benötigen um auf der Strasse gefahren zu werden. Nach der Instandstellung diente der Hearse als Ersatzteiltransporter von England in die Schweiz und nahm aktiv an kürzeren Club Ausfahrten, aber auch an langengstrecken Fahrten, wie dem Rally ans Nordkapp teil.
Mit dem Erwerb des Wagens wuchs das Interesse um die Entstehung dieses Wagens. Die Bodengruppe war klar, das war die DS420 Limousine, eine verlängerte und verstärkte Version des Jaguar Mk10. Der Aufbau hingegen war aus Esche und Aluminium, nur die „Nase“ inklusive der Türe, aber nicht des Fensterrahmens, war original ab Werk. Wie war Dönni betroffen, al er las, dass das Halifax Werk geschlossen werden würde! Er schaffte es mit dem „Totengräber“ der Firma Kontakt aufzunehmen und einen ersten und wohl auch letzten Besuch zu vereinbaren. Ein Paradies eröffnete sich ihm! Es trat bei ihm und seinem Freund ein Kaufrauch ein.
Die Wheeling Machine ging nach Sheffield zum Freund Dik, alle schönen Connolly-Leder, alle Jaguarteile, Handwerkzeuge , etc. wurden in den kleine Fiat 127 gehäuft. Beim zweiten Besuch wurde noch mehr zusammengerafft. der originale Body Buck, die Lehre für die riesigen hinteren Aluminium Kotflügel wurden eingepackt, hintere Stahlkotflügel von viertürigen Wagen, das Herzstück aber war der originale 1:1 Plan des Wagens, dieser konnte für die Nachwelt gesichert werden. Vieles landete trotzdem in der Mulde, ein Sattelschlepper wäre vonnöten gewesen. Noch heute haben wir hintere DS420 Kotflügel an Lager, nicht alle konnten wir verkaufen, aber fast alle.
Bei der Entwicklung des Firmenlogos stand die Silhouette unseres Leichenwagens Pate und so lebt er täglich mitten unter uns, auch wenn er heute ein ruhigeres Leben mit unseren anderen Wagen in unserer Lagerhalle fristet.
- Bestattungswagen-Aufbau von Woodall-Nicholson (Esche-/Aluminium-Karosserie) auf DS420-Bodengruppe
- Werkzeuge und Unterlagen (Body Buck, Original-1:1-Plan) bei Werksschliessung in Halifax vor Ort gesichert
- Die Silhouette des Wagens diente als Vorlage für das Dönni-Firmenlogo









