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1992 ruft mich der Vizepräsident des JDCS an und fragt ob ich ihm ein Auto in die Schweiz schaffen könnte. Was es denn sei, fragten wir. Ein XJ Coupé im Broadspeed-Look. Das tönt ja spannend! Wo ich denn dieses Auto sehen könne, …. das war noch im Vorinternetzeitalter! Ich solle doch das Cluborgan des JDC ansehen. Und tatsächlich, da sieht man ein kleines Bildchen eines nicht ganz gepflegten Wagens. Auf meine Anfrage beim Verkäufer, ob ich den Wagen mit meinen Händlerschildern in die Schweiz fahren könne, zögerte der Verkäufer ziemlich deutlich. Er sei damit um den Block gefahren, aber eine solch weite Strecke würde er nicht wagen zu fahren. Also schickten wir unseren Spediteur zum Abholen vorbei und luden den spektakulären Wagen Tage später an der Rampe am Bahnhof Sursee vom Sattelschlepper. Nach einem ersten Service lief er tatsächlich ganz gut und funktionierte ganz leidlich. Wir brachten den Wagen unserem Kunden zur Begutachtung nach Basel auf Achse. Er war begeistert von seinem Kauf und schon bald kam der Auftrag: „Mach ihn hübsch“. Also nahmen wir ihn wieder zu uns und arbeiteten an der Carrosserie und auch teilweise an den GFK Anbauteilen, die von den originalen Rennwagen gezogen worden waren. Die Frontschürze war auch zu kurz, also verlängerten wir den Spoiler und gaben dem unteren Lufteinlass die richtige Anzahl Stäbe. Auch entfernten wir die übermässig breiten falschen Wolfrace-Felgen und liessen korrekter aussehende Felgen herstellen. Den Heckspoiler fertigten wir ausschliesslich anhand von Fotos aus Aluminium, da damals keiner der orginalen Wagen zugänglich war. Den Innenraum statteten wir mit einem Käfig und mit Schalensitzen aus und die Mittelkonsole empfanden wir dem Original nach, dann liessen wir ihn in den korrekten Farben lackieren und beschriften. Wir hatten Freude am neu strahlenden Wagen, auch wenn der restliche Unterbau gelinde gesagt noch etwas zu wünschen übrig liess. Dann teilt uns der Besitzer mit, dass er damit die Jaguar Connolly Tour of Britain 1995 bestreiten werde. Wir seien sicher im Stande für den Wagen einen gültigen MOT zu erlangen. Mit wenig Begeisterung half ich bei diesem Ansinnen, denn wir wussten, dass die Vorderachse eher durch das Eigengewicht des Wagens am Platze gehalten wurde. Einige Wochen später waren wir schon sehr erstaunt, dass der Wagen, ausser einem geplatzten Oelbypassschlauch, problemlos die lange harte Fahrt hinter sich gebracht hatte. Danh der nächste Einzeiler: „Führ ihn in der Schweiz vor“. Ein spannender Auftrag. Der Motorraum und die vorderen Chassisholme restaurierten wir nun, leider mussten wir die schönen Kleber entfernen weil diese in der Schweiz als nicht legal angesehen worden sind. Seither hat der Wagen an vielen nationalen und internationalen Rallies teilgenommen und erzählt überall die Geschichte vom etwas unausgegorenen Projekt von British Leyland, wie sie die Tourenwagenmeisterschaft zu dominieren versuchten. Versuchten, weil die übermässig motorisierten Wagen es zwar schafften regelmässig Poleplätze zu erringen, aber kaum je ein Rennen ohne Panne fertig zu fahren. Imposant sind sie aber die Broadspeed Coupés.

  • Tribute an die Broadspeed-Rennwagen der British-Leyland-Tourenwagenmeisterschaft
  • Verlängerter Frontspoiler, korrigierte Felgen, Aluminium-Heckspoiler nach Fotos angefertigt
  • Käfig und Schalensitze im Innenraum; Teilnahme u.a. an der Jaguar Connolly Tour of Britain 1995

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