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Als Mensch des Autogewerbes träumt es wohl jedem einen speziellen Wagen zu besitzen. So ging es auch G.B. Dönni. Den Leichenwagen hatte er schon, etwas Schnelleres, Wendigeres wär halt schon toll: Einen Bausatz eines C-Types oder sonst etwas Jaguargetriebenes. Zum Glück hatte er damals schon seine über den Tellerrand denkende Simone und die meinte: Du möchtest Dir gerne ein Auto bauen, nimm doch dieses XK150 Chassis als Basis, das wir gerade gekauft haben. Auf die Rückfrage wie es denn aussehen solle kam die schlichte Antwort: Lange Motorhaube und Bootsheck.

Also machten sich die zwei an die Arbeit, hängten einen Motor ins Chassis, spannten Schnüre und klebten Wellkarton zu einer Carrosserie, um zu sehen ob ein solches Packaging überhaupt auf diesem Rahmen praktikabel ist, denn bis dato gab es ausser dem legendären Rixon Bucknall kaum Specials auf XK Chassis. Man kam zum Schluss, dass es eng werden würde, aber machbar. Also begannen sie für das Bootsheck und die Spritzwand Rohre zu biegen und Bleche für die Pedalerie einzuschweissen. Dann wurde das Gerippe verkabelt und mit einem Motor bestückt und wer hätte das gedacht, es fuhr! Also machte man sich an die Carrosseriehaut und begann Aluminiumbleche zu rollen und zu treiben und es wurde ein Auto.

Erst war es noch unlackiert aber für die „Jaguar Connolly Tour of Britain 1995“ wurde die ganze Aussenhaut in originalgetreuem Sherwood Green lackiert. Die erste internationale Fahrt bewies, der Wagen ist grossartig zu fahren, leidet aber an Kinderkrankheiten wie z.B. abvibrierende Schutzbleche, brutalen Winddruck auf Fahrer und Beifahrer ab 100km/h und vieles anderes. Auch formlich wies er Mängel auf. Die Nase war zu lang, der SS1 Kühlergrill zu weit unten, das Auto selbst zu flach, das Bootsheck zu gestreckt und zu platt und die mitlenkenden Schutzbleche zu primitiv, um die grössten Probleme zu nennen.

Also wieder in die Spenglerei und verändert, verbessert, umgebaut. Technisch hingegen überzeugte die Jaguar Mechanik auf Anhieb. Ist ja eigentlich klar, das XK 150 Chassis mit seinen Scheibenbremsen und Zahnstangenlenkung ist ein Traum und der etwas grössere Mk10 Motor half noch leichtfüssiger die knapp über 1000kg schwere Kreatur durch den Wind zu schieben. Bald nahmen wir an weiteren internationalen Anlässen teil, der Monte Carlo Challenge im Winter jeweils als Höhepunkt. Das platte Heck aber störte Simone immer sehr und so kürzten wir es ein, erhöhten es und wölbten es mehr. Der grosse Gepäckraum wurde noch grösser und erst noch besser zu beladen.

Endlich war die finale Form erreicht um nur drei Jahre später diese mit einer veritablen Fassrolle anlässlich der Altbüroner Bergprüfung zu zerdeppern. Der Innenspiegel war ins Torpedoblech gedrückt, die Spritzwand verformt aber alles war ausbeulbar und als Kollateralvorteil bekam er nun eine Spritzwand aus schönem zapfengeschliffenem Aluminiumblech anstatt Blechabschnitten von unserem damaligen Nachbar zusammengeschnorrt. Der Wagen überzeugte so, dass wir Bestellungen für weitere Wagen in diesem Stile erhielten. In den letzten 32 Jahren haben wir mit ihm über 160’000km zurückgelegt und es werden hoffentlich noch viele mehr werden.

  • Eigenbau von G.B. und Simone Dönni auf einem XK150-Chassis mit Mk10-Motor
  • Lackierung in originalgetreuem Sherwood Green für die Jaguar Connolly Tour of Britain 1995
  • Über 32 Jahre und rund 160'000 km im Einsatz, mehrfach überarbeitet (u.a. nach Unfall an der Altbüroner Bergprüfung)

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